Berlin-Notizen

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Städte
Eine selbständige Stadt in unmittelbarer Nachbarschaft von Berlin war von Anfang an Cölln. Beide Schwesternstädte standen in engster Beziehung zueinander, nur durch die Spree, keinen übermäßig breiten Fluss, getrennt und durch den Mühlendamm verbunden. Sie sicherten von beiden Seiten diesen wichtigen Flussübergang. 1307 kam es zur Vereinigung beider Städte. Nach dem dreißgjährigen Krieg wurde Friedrichswerder als Siedlungserweiterung und eigenen Stadt gegründet, nach 1673 diee Dorotheenstadt und nach 1688 die Friedrichstadt. 1709 wurden die vier Städte zur königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin zusammengeschlossen.
Später war die unabhängige Stadt Charlottenburg mit Berlin fest verwachen, mit dem sie erst 1920 verwaltungsmäßig vereinigt wurde, ähnlich wie die Stadtgemeinden Lichtenberg, Schöneberg, Wilmersdorf, Köpenick, Neukölln und Spandau.
Heute geht Berlin dem Passanten kaum merkbar nach Potsdam, sogar einer Landeshauptstadt, und vielen Ortschaften des brandenburgischen Umlandes über.
Gegnestand meiner Berlin-Notizen ist Berlin in seinen heutigen Grenzen einschließlich der Vorgängergemeinden aller seiner Teile und nicht nur das "historische Berlin" (SHB, S.5)
(Letzte Änderung: 17.6.03)


Städtischer Nahverkehr
Innerstädtischer Verkehr einschließlich dem Verkehr in Vororte und Umgebung, die der Verbindung von außerstädtischen Wohnungen und Arbeitsplätzen in der Stadt oder im Interesse der Stadt sowie dem Ausflugsverkehr dient. Er erfolgt mit
S-Bahn und Vorortbahn
U-Bahn
Straßenbahnen
Omnibussen
Mietwagen


Stadttore
Die mittelalterliche Stadtmauer wurde von 5 Toren durchbrochen, vor denen der umgebende Wassergraben überbrückt (oder durch Kähne überfahrbar gemacht?) war. Es waren das Stralauer Tor gen Osten, das Oderberger Tor in Richtung NO (später Georgentor, ab 1701 Königstor), das Spandauer Tor nach NW und zwei Tore der Schwesternstadt Cölln: das Teltower Tor nach SW (später Gertraudentor mit der Gertraudenbrücke) und das Köpenicker Tor nach Südosten. Der Hauptarm der Spree, der Berlin und Cölln trennte, konnte vor und hinter der Stadt durch Balken, den Oberbaum und den Unterbaum, versperrt werden.

Die 8 m hohe, oben 6 m breite Festungsmauer, seit 1657 im Bau, war dem mittelalterlichen Mauerring unmittelbar vorgelagert, bezog aber den südwestlich von Cölln gelegenen neuen Ortsteil Friedrichswerder mit ein. Diese unmittelbare Vorlagerung führte im Wesentlichen zur Beibehaltung der bisherigen Stadttore. Nur das Gertraudentor wurde duch die südwestliche Stadterweiterung durch das vorgeschobene Leipziger Tor ersetzt. Und zwischen diesem Leipziger Tor in Richtung SW und dem Spandauer Tor öffnete sich das Neustädtische Tor (Neustädter Tor, Neues Tor)in Richtung des Reitweges zum Tiergarten, aus dem die Straße unter den Linden geworden ist, und auf die Dorotheenstadt.

Die Erweiterung des Stadtgebiets und des begrenzenden Umfangs ließ die alten Tore im Stadtgebiet verschwinden und führte zu neuen Stadttoren. Das Schicksal der alten Tore teilte bei der rapiden Westerweiterung der Stadt das Neustädter Tor. Stand es am (damaligen und bis 1936) östlichen Anfang der "Linden", so entstand Ende des 18.Jahrhunderts an ihrem westlichen Ende das Brandenburger Tor.

Tore, die mehr als architektonischer Schmuck sind, setzen eine kontrollierte Stadtumgrenzung voraus. An die Stelle der Festungsmauer trat 1705 ein Zollgrenze, die "Linie", welche die unmittelbare Einfuhr billiger Landprodukte aus dem Umland verhindern sollte. Sie umgab die Stadt in weiterem Abstand und bezog Landbaubetriebe und Gärtnereien zur Versorgung der Stadt ein. Zunächst war sie ein Palisadenzaun, ab 1724 gemauert und von da ab als Stadtmauer (Zollmauer, Akzoisemauer, Rundmauer) bezeichnet wurde.

Diese Umgrenzung war zunächst durch 14 Tore durchbrochen: nach Osten das Frankfurter Tor, nach Nordosten das Landsberger Tor, das Bernauer Tor und das Prenzlauer Tor, nach Norden das Rosenthaler Tor, westlich davon das Hamburger Tor und das Oranienburger Tor, nach Westen das Brandenburger Tor, etwas südlicher das Potsdamer Tor, nach Süden des Hallesche Tor und das Kottbusser Tor, nach Südosten links der Spree das Schlesische Tor und rechts der Spree das Mühlentor.
Es fehlt noch das Neue Tor (1835), westlich vom Oranienburger Tor in der großen Lücke bis zum Brandenburger Tor nach der großen Toransammlung im westlichen Norden.. Beim Ausbau der Luisenstadt entstehen nach 1843 drei weitere Tore: das Anhaltinische Tor, das Neue Köpenicker Tor und das Wassertor..

Mit dem Wegfall der Zoll- und Steuergrenze verloren die Tore ihre eigentliche Funktion. Fast alle sind auch als Bauwerk verschwunden. In der Bezeichnung von Strassen, Plätzen und Bahnstationen sind viele Namen bewahrt. Eine typische Hinterlassenschaft ist das Vorkommen von Doppelplätzen wie des Leipziger und des Potsdamer Platzes, des Platzes vor dem Neuen Tor und des Robert-Koch-Platzes (bis 1932 Luisenplatz), die vor und hinter einem Tor lagen.
(Letzte Änderung 23.6.11)


Steglitz
Südwestlich Vorortgemeinde. War das größte Dorf Preußens. 1920 als Verwaltungsbezirk 12 zu Berlin. Bezirkshaupstadt. 2001 mit dem Bezirk Zehlendorf zusammengelegt. Am Telötowkanal gelegen. Von Anfang "Wohnplatz für den gebildeten Mittelstand", "In Fichteberg, im Westen mit vornehmen Landhäusern.". (Letzte Änderung 2.11.05)


Stralau
Ursprünglich wendisches Fischerdorf südöstlich von Berlin auf einer schmalen Halbinsel zwischen Rummelsburger See und Spree, seit 1920 zum Bezirk Friedrichshain. Kirche von 1464. 1817 hatte Stralau 76 Einwohner . Seit Jahrhunderten wurde am 24. August, dem Bartholomäustag, das älteste und bekannteste Volksfest im Berliner Raum gefeiert, der "Stralauer Fischzug", das auch auf das südwesrlich der Spree gegenüberliegende Treptower Ufer übergriff, das schließlich auch außerhalb der Festzeit von dem Berliner Ausflugsverkehr profitierte. Dagegen ging dieser in Stralau zurück. Das Wirtshaus Tübbecke (Link, R.: MVGB 2005,1,173) ist bei Fontane verewigt.
Seit dem 18.12.1899 konnte man die Spree mit der Straßenbahn durch einen Tunnel unterqueren. 1932 wurde dort der Verkehr eingestellt. Wegen der hohen Kosten scheiterten Pläne einer Wiederherstellung des beschädigten und überfluteten Tunnels. (Letzte Änderung 17.12.05)


Straßen
Angaben zu allen Berliner Straßen finden Sie im "Lexikon der aktuellen Namen aller Berliner Straßen und Plätze in vier Bänden" (1996) und in den bezirksweise von Hans-Jürgen Mende herausgegebenen "Wegweisern zu Berlins Straßennamen".
Nachstehend folgt ein (unvollständige) Linkliste zu Straßen, denen eigene <Artikel gewidmet sind oder die in anderen Artikeln anderer Bezeichnung genannt sind. Ist eine Straße nur zur Adressenangabe für ein Gebäude genannt, wir sie hier nicht aufgeführt. Breite Str., Friedrichstr., Gertraudenstr. Glinkastr., In den Ministergärten, Kanonierstr. Klosterstr. Unter den Linden.
Umgetaufte oder verschwundene Straßen
s.http://userpage.chemie.fu-berlin.de/diverse/doc /umbenennungen.html
Einzelnes:
Frommelstr., Mitte, der Verlegung der Spandauer Str. zu DDR-Zeiten zum Opfer gefallen.
(Letzte Änderung: 10.3.05).

Straßenbahnen
-1891 Einführung der ersten elektrischen Straßenbahn (nach Lichterfelde).
Nachdem schon auf der Gewerbe-Ausstellung 1886 eine kleine elektrische Personenbahn ständig in Betrieb war, verzögerte sich die praktische Einführung im Straßenverkehr außer durch den im Unterschied zu den Zugpferden unsterblichen Amtsschimmel, durch die umstrittene und vielbekämpfte elektrische Vernetzung und ihre aufwendige Realisierung.
-1902 Pferdebahn-Ära beendet. Die Große Berliner Straßenbahn führt Lininenummern ein.
-1967 Straßenbahn in West-Berlin abgeschaft
(Letzte Änderung: 11.9.06)


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