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Wie es zu Phondeutsch kam.

Als die Diskussionen um die neue deutsche Rechtschreibreform angelaufen waren, las ich im "Playboy" 1/97 ein Interview mit den bekannten Fernsehmoderatoren Hauser und Kienzle: Ihre Aussetzung "Gämse statt Gemse, rau statt rauh, Spagetti statt Spaghetti. Warum eigentlich nur Restorant und nicht gleich Restoron?" inspirierte mich, mir eine alternative Radikalversion auszudenken. Die erste Fassung stammt vom 22.8.1997.Sie war als Satire gedacht, natürlichl. Aber in ihrer Radikalität war sie konsequent, was die bevorstehende offizielle Rechtschreibrefom nicht werden konnte.



Scherz oder Ernst?

Zuerst, als mir die Konzeption schnell aus der Feder floss, war alles ein reiner Gag, als konsequenter und kompromissloser Gegenentwurf zur beabsichtigten neuen deutschen Rechtschreibung, der niemals angenommen oder geschrieben werden würde. Die wichtigsten Regeln waren in einer knappen Viertelstunde entworfen. Die ersten Proben sahen spaßig aus und verführten zu weiteren Anwendungsversuchen. Die Regeln verfeinerten sich und berücksichtigten bald (so gut wie) alle denkbaren Erfordernisse. Wie bei anderen meiner Phantasie-Unternehmungen engte sich Freiheit und Willkür bald ein und es entwickelte sich vernünftigerweise eine immanente Eigengesetzlichkeit des aus einander Folgenden nach Art einer inneren Logik. Man muss ihr mehr nachspüren, um Kohärenz und eine geschlossenes Ganzes zu erzeugen, als immer weiter darauflos zu erfinden. Das Fiktive entwickelt seine eigene Wissenschaftlichkeit.

Der Spaß und die Findefreude bleiben. Man sehe sich meinen Miniduuden an: ainen waaren minizoo mit seeeelefant unt ree unt kuu unt kalp.

Das eigentlich Ernste aber an der Sache ist, dass dieses Phondeutsch als die wohl einzige ausgearbeitete Regelvorgabe ermöglicht, gesprochenes Deutsch praktisch schreibbar phonetisch wiederzugeben. Die internationale Lautschrift der International Phonetic Association, die eine wissenschaftlich exakte Wiedergabe erlaubt, ist für den praktischen Gebrauch viel zu kompliziert und erfordert eine Lautdifferenzierung, die vom ungeschulten Sprachnutzer nicht erwartet werden kann.

So verwischen sich dialektisch die Grenzen zwischen Spaß und Ernst - zum Schrecken des klassischen deutschen Oberlehrers.



Wird je einer Phondeutsch verwenden?

Warum sollte er? Gründe dafür, es nicht anzuwenden, sind sogar in diesen Ausführungen angegeben. Phondeutsch erscheint völlig überflüssig. Darüber hinaus halten gewiss viele diese Schreibweie für albern und abgeschmackt, unernst und undeutsch.

Ausländer mögen es gebrauchen können, wenn Sie sich nicht zutrauen, die offizielle Orthographie zu erlernen. Wann aber wird dieser Fall in praxi vorkommen?

Wer mit der offiziellen Rechtschreibung nicht zurechtkommt und sich geniert, könnte bei Gelegenheit besser phondeutsch schreiben. Es wird als Kuriosum durchgehen, zumal wenn er auf diese Seiten verweist. Die es öfter zu tun pflegen oder aus Prinzip so oft wie möglich, könnten sich zu einer Art Interessengemeinschaft der Phondeutsch-Bevorzuger zusammenschließen. Etwas offiziellere Schreiben, werden sie aber zweckmä0igerweise besser orthodeutsch verfassen oder gar schreiben müssen.

Vielleicht probiert es einer mal spaßhalber und schickt mir eine eMail in Phondeutsch. Es könnte auch sein, dass ich einen Preis für den korrektesten phondeutschen Brief aussetze oder eine Art Prüfungszertifikat ausgebe.

Nicht ganz auszuschließen ist es, dass sich gleich mir (sicher nur ganz wenige) Liebhaber finden, die Phondeutsch um seiner selbst, aus Freude an den Überraschungen bei der Transkription mögen und "pflegen".

Bei Jüngeren könnte sich ein Fan-Club bilden, in dem es "in" ist Fooni zu schreiben. Für seinen Gebrauch plane ich ein Magazin "FoonMikss".

Darüber hinaus und eine Spur ernsthafter sind die Möglichkeiten einer einigermaßen phonetischen Abbildung des Gesprochenen und die damit verbundene, ungleich größere Information über die individuelle und momentane Sprechweise, über die Stilebene, von der jeweils Gebrauch gemacht wird. Die Motivation mag der schriftlicher Dialektpflege vergleichbar oder gar verwandt sein.

In der Sinnlosigkeit mit einer Spur Sinn unterscheidet sich Phondeutsch nicht von jedem Spiel - und jedem Sport, dem man nur zuschaut.

Internet ist geduldig, geduldiger noch als das sprichwörtliche Papier. Es gibt jedem die Möglichkeit, seine ausgeflippten Ideen der ganzen Welt vorzustellen und zugänglich zu machen, Keime für Nutzung oder auch nur Anregungen zu geben. Solange die seltsame Idee harmlos ist, kann man wenig dagegen einwenden. Ist man auf ein derartiges Projekt gestoßen, kann man die Site schleunigst unter Kopfschütteln verlassen oder sich ausgiebig darüber amüsieren. Und wenn ich auch selbst einräume, Phondeutsch einzuüben könne unter Umständen nicht ratsam sein, hat diese "Schädlichkeit" nichts mit der Pest krimineller, militanter, politisch extremer oder inhumaner Seiten zu tun, die das Imternet verunzieren.



Wem könnte Phondeutsch nützen?

allen, die Spaß daran haben,
allen, die sich eine konsequente lautgetreue Schreibweise wünschen,
allen, die ihre Ausssprache pflegen wollen,
Phondeutsch fördert das Sprach- und Sprechverständnis und den Umgang mit der Muttersprache, aber auch mit anderen Sprachen: das Verständnis für Sprache überhaupt. Die Beschäftigung mit Phoondeutsch lenkt die Aufmerksamkeit auf Fragen der Aussprache und der Rechtschreibung, macht nachdenklicher und rückt einen bisher gleichgültigen oder eher lästigen Problemkreis ins Bewusstsein. Die Beherrschung der eigenen Sprache und selbst der offiziellen Schreibungt profitiert davon.
allen, die Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung haben.
Das sind Ausländer, Schulkinder Wenigschreiber, Schlechtschreiber, Schreibschwache. Aberihnen allen kann Phodndeutsch nur bedingt von Nutzen sein


Phondeutsch für Schulkinder (?)

Die offizielle Orthographie als unberechenbare Mischung von Logischem und Historischem ist eine Plage für jedes Schulkind. Zu einer ähnlichen Plage wächst es sich aus, wenn Eltern zu erklären versuchen, warum irgendetwas so und nicht anders geschrieben werden muss: Juni, nie, Vieh; der, Teer, Reh usw.

Phondeutsch erinnert an die Schreibweise der Siebenjährigen; seine Erlernung würde Schulkindern kaum Schwierigkeiten machen und auch im späteren Leben träten kaum peinliche Setbacks auf. Man kann keine Fehler machen, wenn man sich an die Handvoll phonetischer Umsetzungen hält. Die Rückwirkungen auf eine korrekte Aussprache könnten nur positiv sein. Phondeutsch würde Kindern, Eltern und Lehrern viel Plackerei ersparen und vielen lebenslange Unsicherheit nehmen. Aber das ist reine Theorie. Denn Phondeutsch wird nie an die Stelle der offiziellen Rechtschreibung treten.

Das Verkehrteste wäre, Kindern Phondeutsch "zur Erleichterung" für den Übergang zur schwierigen Orthographie zu empfehlen. Das würde heilloses Durcheinander bewirken, das Doppeltlernen und Die Notwendigkeit der Umgewöhnung müsste Ihnen das ganze noch zusätzlich ungemein erschweren - und hinterher wären die Ungereimtheiten der Rechtschreibung Ihnen überhaupt nicht schmackhaft zu machen.
Es gibt das Projekt einer dem Phondeutschen entfernt ähnlichen Kinderschreibung, die offenbar als Vorstufe zum Erlernen der Orthographie gedacht ist. Für diese scheint mir die gleichen Bedenken zu gelten.



Phondeutsch für Ausländer (?)

Für Ausländer trifft das gleich zu wie für Kinder, jedenfalls, wenn sie richtig deutsch schreiben lernen wollen. Wieviel leichter fiele ihnen die Erlernung der deutschen Sprache mit einer regelmäßigen Lautschrift als heutzutage! Sagen Sie nicht,sie müssten für Phondeutsch auch viele Regeln lernen: es gibt wenigstens Regeln, plausible und nicht allzu viele, und sie haben praktisch keine Ausnahmen.

Denkbar ist, dass jemand deutsch sprechen gelernt hat, aber nicht schreiben kann und sich auch nicht auf die Mühe einlassen will, schreiben zu lernen. Er wird in Verlegenheit sein, zumindest damit rechnen müssen, völlig falsch bzw. sogar Unlesbares zu schreiben. Er kann sich dank Phondeutsch zumindest im Internet, etwa wenn er einem Deutschen eine eMail schicken will, aus der Affäre ziehen, indem er phondeutsch schreibt und den erstaunten Leser auf die Existenz einer solchen Schreibweise und auf deren Regeln hinweist.



Phondeutsch für Legastheniker (?)

Legasthenie ist die Lese-Rechtschreibschwäche, die Dyslexie wie die Dysgraphie, wenn auch das Wort Legasthenie griechischen Ursprungs zunächst nur an die Leseschwäche denken lässt. Uns interessiert hier in weitaus stärkerem Maße die Schreibschwäche, für die kein Wort wie Graphasthenie existiert, aber eben Dysgraphie. Da Phondeutsch keine Rechtschreibung (im herkömmlichen Sinne) ist, dürfte es Legasthenikern eigentlich gar keine Schwierigkeiten bereiten. Aber ganz so einfach liegen die Dinge wohl nicht.

Erfahrungen liegen nicht vor. Doch ist anzunehmen, dass die Schreibschwachen mit Phondeutsch weniger Probleme hätten als mit der offiziellen deutschen Orthographie, der neuen wie der alten. Solange aber Hoffnung besteht, sie darin halbwegs zu qualifizieren, würde sie die zusätzliche Beschäftigung mit Phondeutsch völlig verwirren. Davon ist daher dringend abzuraten. Ob sich Phondeutsch als Alternative für sonst hoffnungslose Fälle anbietet und die Schriftstücke einen weniger fehlerhaften Anblick bieten, müssten die Spezialisten prüfen und entscheiden.



Ist Phondeutsch schädlich?

Im Allgemeinen, bezogen auf das deutsche Volk, auf die deutsche Sprache, ja nicht einmal auf die deutsche Rechtschreibung kann Phondeutsch keinen Schaden anrichten, dazu führt es ein zu bescheidenes Dasein, ist nicht bekannt und wird nicht gebraucht. Dadurch wird es nicht einmal Ärgernis erregen und als grober Unfug die Gemüter erregen. Bei größerer Verbreitung könnte das Durcheinander mit den beiden tolerierten Rechtschreibungen zu allgemeinen Willkür führen.

Dem einzelnen, der ab und zu Phondeutsch schreibt, kann es insofern schaden, als er sich im Orthodeutschen öfters verschreibt, ohne es zu bemerken, oder gar in Zweifel kommt, wie sich dort ein Wort schreibt, zumal die "logischen" Argumente auf der Seite des Phondeutschen sind. Auch ich ertappe mich dabei, wenn ich Toor wie Moor schreibe oder Hoon statt Hohn. Wer meine Seiten liest, wird derartige Fehler aufspüren. (Allerdings dominieren reine Flüchtikeitsfehler und Schusseleien bei weitem.)



Phondeutsch (auch) für Fremdsprachen

Fremdwörter im Deutschen, auch aus den neueren Sprachen, die mehr phonetische Eigenheiten aufweisen als Latein und Griechisch können in Phondeutsch einigermaßen ausssprachekonform wiedergegeben werden, besonders wenn man einige zusätzliche Buchstabenkombinationen wie ei für das ay in day einführt: "dei" usw. Man vergleiche dazu das Regelwerk und den "Miniduuden" als nicht mehr ganz kleine Beispielsammlung.

Sicher ist, ggf. nach Einführen von Zeichenkombinationen für fehlende Laute, Phondeutsch auch geeignet, deutsche Mundarten wiederzugeben. Wenn es sich um einen Dialekt handelt, die besonders gepflegt wird und schon über reichlich Literatur verfügt, hat sie bereits eine Standardtransskription entwickelt, mit der man nicht leicht brechen sollte. Diese Phonetisierung orientiert sich zudem an der auch dem Mundartler gewohnten deutschen Rechtschreibung: so wird etwa sch durch sch und nicht durch sh wiedergegeben und ist daher leichter lesbar und verständlich als eine phondeutsche Wiedergabe, die entsprechende Regelkenntnisse voraussetzt. Natürlich, wenn in einem Phondeutschen Text Mundartliches zitaiert wird, gelingt eine lautgetreue Wiedergabe vermutlich mindestens so gut wie in der eingeführten Dialektschreibweise.

Es sollte keine großen Schwierigkeiten machen, Phondeutsch auch für andere Sprachen zu adaptieren und Buchstabenkombinationen für noch nicht vertretene Laute einzuführen. Zu bedenken ist lediglich, dass die phondeutsche Schreibweise in hohem Maasse an deutsche Aussprachegewohnheiten angelehnt ist - wenn man einmal von sh absieht. Ausländer lesen phondeutsch bestimmt nicht, wie es phonetische gemeint ist - man denke nur an die deutschen Umlaute (ä,ö,ü). Ausspracheäquivalente müssten für die jeweiligen Sprache eingeführt und ihrer spezifischen Schreibweise ähnlich sein, wenn es dort analog dem (bisherigen) Phondeutsch zur möglichst einfachen phonetischen Schreibung der Sprache für einen Sprecher jener Sprache verwendet werden sollte. Es wäre dann kein Phondeutsch mehr sondern Phonenglish usw..



Ist Phondeutsch undeutsch?

Die Schreibweise des Deutschen hat sich im Laufe der Sprachgeschichte vielfach geändert. Gerade jetzt haben wir wieder eine aufoktroyierte Neuregelung durchgemacht. In früheren Zeiten war die Normierung nicht so weitgehend und rigoros vorgeschrieben. Natürlich haben sich gewisse Traditionen der Lautwiedergabe herausgebildet, die aber großenteils auch im Phondeutschen Berücksichtigung finden.So gibt es z, das eigentlich durch tss zu ersetzen (tssuu ärsätssen) wäre.In den meisten europäischen Sprachen hat z den Lautwert eines stimmhaften s, und statt ss genügte s. Es in Phondeutsch so zu halten, wäre deutschen Gebrauch arg fremd gewesen.

In der Lautung entspricht Phondeutsch dem gesprochenen Deutsch, so gut es jeweils gesprochen wird und ist weder eine andere noch eine verdorbene oder verballhornte Sprache. Wer es ablehnt, deutsche Laute durch andere Zeichen wiederzugeben, müsste auch die Stenographie, die Verwendung des internationalen phonetischen Alphabets oder eine optische Darstellung einer Tonspur ablehnen.

Eine Deutschtümelei in Sachen Rechtschreibung wäre ein ähnlicher Unsinn wie seinerzeit die auf die Schriftart bezogene Forderung "Deutscher schreib Deutsch !", die (besonders umständlichen und verzierten "deutschen" Schriften wie Fraktur im Druck und deutsche Gebrauchsschriften als Handschrift, die heute kaum noch ein Mensch lesen kann, jedenfalls nicht einigermaßen geläufig. Zudem sind bei ihrer sekundären Herausbildung die nationalen Verhältnisse durchaus nicht so einfach zu trennen.

Das deutsche Volkstum ist durch Phondeutsch nicht in Gefahr, schon deshalb nicht, weil diese Schreibweise praktisch keine Anwendung findet und nur für Sonderzwecke in Sonderfällen angewendet wird.



Phondeutsch ist keine Sprache.

Phondeutsch ist keine Sprache, sondern eine Vereinbarung, gesprochenes Deutsch unter Einschluss von Fremdwörtern möglichst lautgetreu und unaufwendig wiederzugeben.

Phondeutsch ist dabei allerdings in spezieller Weise an die deutsche Sprache gebunden, durch den auf den Lautbestand abgestimmten Zeichen- und Kombinationsvorrat und durchaus auch durch einen dem Deutschen nicht allzu fremden Gebrauch dieser Zeichen.

Analoge Wiedergabesysteme sind auch für andere Sprachen mach- und vorstellbar.

Phondeutsch ist auch kein Dialekt oder bestimmten Ausdrucksvorhaben und Zwecken vorbehalten, nicht altertümelnd, kein Grob- oder Starkdeutsch oder keine Sprache für Mittelalter- und Ritterspektakel. Phondeutsch kann nicht gesprochen, sondern nur geschrieben werden, eignet sich aber für eine recht getreue Wiedergabe deutscher Sprache auf allen Ausdrucks- und Stilebenen, Bildungsschichten und Emotionalitäten und ist in dieser Differenzierung und im diesbezüglichen Informationsgehalt jeder offiziellen Rechtschreibung weit überlegen. handele es sich um gehobene oder schludrige Redeweise, Kindersprache oder Dialekt, Erregung oder übertriebene Korrektheit fast in dem Maße wie sonst nur gesprochene Sprache.



Phondeutsch ist keine Rechtschreibung

Da Phondeutsch der Neuen Deutschen Rechtschreibung alternativ als "besser" (aber undurchführbar) gegenübergestellt wurde, entsteht gleichsam von selbst der Eindruck, es sei eine andere Form von Rechtschreibung. Das ist es aber nicht. Eine Rechtschreibung gibt für jedes Wort fest vor, wie etwas "richtig" geschrieben werden muss. Phondeutsch gibt nur Regeln dafür, wie ein bestimmter Laut wiedergegeben werden muss, um der vorgegebenen phondeutschen Lautschrift zu entsprechen. Die Schreibweise richtet sich danach, wie jemand zur Zeit dieses Wort spricht oder sprechen würde (sich gesprochen vorstellt) oder eine andere (auch fingierte) Person es gesprochen hat (z.B. in einem Erzeugnis der Literatur). Ein Wort kann nicht falsch geschrieben werden. Spräche einer statt Käse "keisse", dann würde es in Phondeutsch so geschrieben. Richtig ist es, wenn es mit der im Regelwerk vorgegebenen Lautschrift übereinstimmt. Qaiße wäre in diesem Falle falsch (geschrieben). Diese grundsätzliche Andersartigkeit, die man einmal gut bedacht haben muss, schlägt sich in meinem Miniduuden nieder. Das große Analogon, der Duden. ist ein Rechtschreibebuch. Der Miniduuden gibt nur an, wie etwa normalerweise die Aussprache des Wortes zu erwarten oder gar zu empfehlen ist. Dadurch sind sehr häufig mehrere Möglichkeiten aufgeführt: leerär - leerer -leera(a) oder shraibän -shraiben - shraibn - shraim.



Phondeutsch sieht von der Etymologie ab.

Kennzeichnend für jede Stufe der Rechtschreibung ist die ständige Kollision zwischen Sprachgeschichte und Aussprache. Die Etymologie (Wortherkunft), die überkommene oder im Laufe der Zeit durch Gewohnheit und Reformen mehrfach veränderte Schreibweise und eine gewisse Analogie zur phonetischen Lautwiedergabe stehen spielen beide in wechselndem Maße eine Rolle, die für die betreffende Sprache typisch ist. Man denke dabei besonders an fremde Sprachen, etwa das Englische und das Französische. Dort fällt einem diese Dialektik noch mehr auf als in der eigenen Sprache. Auch im Deutschen gibt es genug "unlogik" und "Inkonsequenz", um den Kopf darüber zu schütteln - vor wie nach einer Reform. (Danach schüttelt man ihn desto mehr.) Jede Reform tut nichts anderes, als von Fall zu Fall (d.h. Wort zu Wort) das genannte und überkommene Mischungsverhältnis zu verändern und neu zu bestimmen. Besonders wird man in eigenen Zweifelsfällen und Unsicherheiten auf diese Kompromisse gestoßen - oder, wenn man einem Schulkind erklären will, warum es im Einzelfall so ist.

Eine halbwegs radikale Reform kann nur einem der beiden Leitmotive gehorchen. Rein etymologisch kann sie nicht sein. Also muss sie eine reine (vereinfachte) phonetische Wiedergabe sein und - nicht leichten Herzens - auf jede Etymologie verzichten. Das ist eine unbestreitbare Einbuße im Hinblick auf Sprachgeschichte und Kulturgeschichte und das Zustandekommen und Verstehen einer Bezeichnung. Noch viel härter werden teilweise (und dadurch erneut Unlogisches mehrende) Verzichte auf Etymologie bei Reformen, etwa auch in der Wissenschaftssprache, wie den vom Englischen induzierten Ersatz von ae und oe durch e oder y durch i. So läuft in der chemischen Nomenklatur die Tendenz dahin, statt des einstigen Äthyläthers schön kurz und einfach Etileter zu schreiben. Der Redundanzverlust, die schwierige Unterscheidung und Erkennung springt ins Auge und ist zusätzlich dem an das Alte Gewöhnten und dem nicht nur ausschließlich naturwissenschaftlich Gebildeten ein Ärgernis

Die Unzufriedenheit mit der Veränderung der langgewohnten und in der Schule einexerzierten Schreibung einzelner Wörter ist weniger groß bei einer radikalen Umstellung auf ein gänzlich neues möglichst phonetisches System, das die momentane individuelle Lautung mit den vereinbarten Zeichen wiedergibt als mit der recht willkürlichen Verballhornung einzelner Wörter. Im Phondeutsch nimmt sich Derartiges, auch eetiil'eeter oder eetiileeter, gar eetiileeta ungleich leichter hin, nicht nur, weil es dort anderes vorher nicht gegeben hat und weil man es ohnehin nicht benutzt, sondern weil es eben eine deklarierte ausschließlche Lautschrift ist. Was man von der Etymologie nicht hört, erscheint im Phondeutschen genau so wenig wie auf irgendeiner Tonspur.

Die unterschiedliche Schreibung von Homophonen (Uhr - Ur, Wahl - Wal) geht verloren oder muss primär regelfremd sekundär wieder eingeführt werden. Bei Uhr und Ur beshteht allerdings kaum Verwechslungsgefahr. "Uurlaup" unt "uurmacher" sprechen für sich. Auch den Waalhälfer wird keiner sich im Meere schwimmend vorstellen. (Apropos: Meer - mehr. Hier wird es schon bedenklicher: meerwasser und meer wasser oder meer meerwasser, wie halt beim Sprechen auch).

Mancher wird sagen: "Phondeutsch ist un-etymologisch, nicht geworden noch gewachsen, sondern erfunden und ausgedacht - (fast!!) wie jenes verketzerte Esparento, keine Sprache eben. "



Phondeutsch ist länger.

Die Wörter und Texte sind als im Orthodeutsch, erfordern dahermehr Schreibarbeit und kosten mehr Schreibmaterial.

Ursache ist die Doppeltschreibung der langen Vokale, die allerdings häufig auch im Orthodeutsch aus zwei Zeichen bestehen (aa, ie, uh), nk wird nnk, x wird kss oft steht ss statt s (z.B. auslautend, in sst und ssp), g ist nach i auslautend ch usw.

Manches wird auch kürzer. Grob könnte man sagen, "was an den Vokalen verloren geht, wird an den Konsonanten gespart". Die Doppelkonsonanten fallen bis auf das nasale n (nn) und das stimmlose s (ss) weg, sch wird sh, Anstelle von anlautendem pf kann f genügen, z statt tz. Hinzu kommt die Möglichkeit schludrig-verkürzender Aussprache: kälna statt Kellner. Doch sollte diese nicht als durchgängiges Mittel zu Textverkürzung eingesetzt werden.

Im (wenigen) Stichproben haben Buchstabenzählungen einen Zuwachs um (nur) 4,7 % erbracht.

Weitere Verkürzungen wären dadurch möglich, dass man nach Regel 7a anstelle der Doppelvokale ^ oder über einen einzelnen Vokal schreibt (zânkrêmtûbe, zánkrémtúbe). Derartige diakritische Zeichen unterbrechen den Schreibfluss und schreiben sich daher eher schwieriger als Doppelvokale, erzeugen auch ein unruhiges Schriftbild. Bei Umlauten sind sie nicht zusätzlich über dem Vokal anzubringen. Man müßte denn y für ü (lang ý) und wie im Dänischen ein ligiertes ae für ä und ein durchstrichenes o als ö verwenden. Die Schwierigkeiten mit den langen Umlauten fielen weg, wenn man nicht ^ oder über, sondern ' hinter die Vokale setzt (lö'wenmä'ne). Allerdings ist das in den meisten Schriften dem Apostroph gleich (nicht gerade statt eines gekrümmten Häkchens etwa).



Lange und kurze Vokale

Die Unterscheidung kurzer und langer Vokale findet sich auch im Ungarischen und im Tschechischen (durch "Akzente"), was im Deutschen wegen der Umlaute nur schwer möglich wäre. und im Finnischen durch Doppelvokale wie in phondeutscher Schreibung.

Die Bezeichnung der Vokallänge bringt nicht nur auf alle Fälle erhöhten Schreibaufwand mit sich, sondern bereitet manchmal und manchem überhaupt Schwierigkeiten. Die Ungarn scheinen lange und kurze Vokale wie gleichsam verschiedenen Laute zu unterscheiden. Man vergleiche das Altgriechische, wo es für langes und kurzes e und o verschiedene Buchstaben gab (Eta und Epsilon, Omikron und Omega). (Im Neugriechsichen haben sie andere Lautwerte erhalten.)

Im Tschechischen aber soll die strikte Einführung eines akzentgleichen Zeichens für die langen Vokale große Verwirrung, besonders deletär in den Schulen, gestiftet haben. Auch im Deutschen kommen einen manchmal Zweifel an, wie man wirklich spricht. Bei wenig entwickeltem Sprachbewusstsein, wenn man gleichsam automatisch spricht, ohne darauf zu achten oder sich dabei etwas zu denken - muss man Wort für Wort zweifelnd ein paar mal probeweise aufsagen, und hat dennoch Zweifel. In solchen Fällen versuche man den Vokal über Gebühr zu dehnen, das gelingt bei kurzen Vokalen nicht: bei "Ton" gelingt es, bei "von" nicht.

In einer phonetisch geschriebenen Sprache kann man nicht auf diese Unterscheidung im Schriftbild verzichten. Man müsste dann bei der unsignifikanten traditionellen Verwendung von Doppelkonsonaten, Doppelvokalen und Dehnbuchstaben wie e oder h bleiben und damit wäre es mit jeder Konsequenz und jeder phonetischen Schreibung zu Ende. Ließe man aber jede Längenbezeichnung wie Doppelkonsonanten, Doppelvokale und Dehnbuchstaben weg, würde der geschreibene Text zwar schön kurz, aber der Redundanzverlust und die Verwechslungsmöglichkeiten würden ein permanentes Ratespiel auslösen.

Nun steht aber jedem im Phondeutsch zu, zu schreiben, wie er spricht. Er braucht also nicht, ja soll gar nicht. eine absolut gültige Entscheidung treffen, ob eine Silbe in der deutschen Hochlautung kurz oder lang zu sprechen sei, sondern nur entscheiden, wie er selbst sie hier und in diesem Falle spricht. Auch das zu beurteilen fällt zunächst noch manchem schwer. Aber Phondeutsch erzieht dazu, ein Bewußtsein über die eigene und die wünschenswerte Aussprache zu entwickeln.



Das befremdliche Schriftbild

Das Schriftbild ist zunächst recht befremdend und ungewohnt, und nicht ohne Spaß und Reiz. Auf die richtig, d.h. derzeit offizielle Schreibweise, gedrillt, versteht man hierin aber keinen Spaß. Für den ernsten Bürger, noch dazu, wenn er schulpflichtige Kinder hat, und sich keinen Sprachspielereien hinzugeben pflegt, ist jede Abweichung vom momentan vorgeschriebenen Standard entweder Bildungslosigkeit oder grober Unfug. Man versuche. dieses so bedeutsame scheinbare Absolutum etwas lockerer und in seiner Relativität zu sehen. Humor bringt mehr Lebensfreude und macht das Leben vielfach überhaupt erst erträglich.

Man befasse sich etwas mit der deutschen Sprachgeschichte und sehe sich auf verschiedenen Entwicklungsstufen Geschriebenes an, auch die früher herrschenden größeren Differenzen, als es noch nicht gelang oder vielleicht nicht einmal so überaus wichtig empfunden wurde, die Rechtschreibung im gesamten Sprachraum zwischen Küste und Alpen zu normieren. Heute sind selbst die Verwalter und Lehrer des gerade richtigen Schreibens etwas elastischer und nachsichtiger geworden. Sie sprechen weniger von "richtig" und "falsch" als von vorzuziehen. empfehlenswert, möglichst zu vermeiden und erkennen an, dass es (selbst für sie) kitzliche Grenzfälle gibt. Auch in der neuesten Reform schlägt sich das andeutungsweise nieder. Und man denke an die weise Erlaubnis für die Älteren, die aus dem Rennen sind, auf alte Weise weiter zu schreiben. Notwendigerweise entstehen dadurch Zwischenformen und Übergänge und ein unschönes Mal so mal so im gleichen Schriftstück: denn die Alten lernen nach und nach durch die neuen Leseerfahrungen um oder sind sogar bestrebt, möglichst viel umzulernen und neu richtig zu machen. Mir geht es beim neuen Ersatz (mancher !) ß durch ss so: mal denke ich daran, mal schreibe ich meiner fast 70jähriger Gewohnheit entsprechend.

Sehen Sie auch einmal über die Landesgrenzen hinaus!. Schon in Österreich und der Schweiz weichen die Regeln oder mindest Zulässigkeiten oder der Gebrauch ab, wie der Duden ausweist. Und denken Sie an den offiziellen Umgang des Niederländischen mit dem großenteils gleichen überkommenen Wortbestand. Man kann, könnte halt auch ganz anders. Letzeburgisch und Pennsilfaanisch bekommt man leider nur ganz selten zu sehen. Hier gibt es wie in den Wiedergaben deutscher Mundarten und des Schwyzertüütsch viele lokale Unterdialekte und unterschiedliche Auffassungen und Schreibweisen. Eben weil Normierung fehlt oder nicht greift.



Niederländisch: Ähnlichkeiten und Unterschiede

Niederländische Texte können für unsere deutschen Augen an Befremdlichkeit mit phondeutschen konkurrieren oder übertreffen sie gar. In der Kurzeinführung ins Phondeutsche habe ich als Beispiel das niederländische Wort "leeuwenandeel" (Löwenanteil, phondeutsch: lööwenantail) vorgestellt. Auffällig sind die umständlichen Vokalwiedergaben eeuw für ö (fast erinnert die Zeichenfülle an Html). Oder man denke an das allbekannte "vrouw" für Frau (phondeutsch: frau), was auch so gesprochen wird. Zudem gibt es für den gleichen Laut gewöhnlich mehrere unterschiedliche Schreibweisen. Deshalb können wir viele gesprochend Wörter leichter verstehen als im Schriftbild erkennen.

Bei all dieser Bewahrung umständlicher Historie werden im Niederländischen aber die Kürzen und Längen der Silben genau bezeichnet. Allerdings ist der Modus, nach dem es geschieht, komplizierter als im Phondeutsch. Offene, d.h. nicht konsonantisch geschlossenen Silben sind lang, durch einen Konsonanten geschlossene kurz. Für das kurze "nar" (dt. Narr) reicht daher ein r. Für die Mehrzahl, die wie im Deutschen hier auf -en endet, genügt es aber nicht, einfach dieses -en anzuhängen. Damit würde das auslautende r zum Anfang der 2. Silbe: "na-ren". Die 1. Silbe wäre nicht durch einen Konsonaten geschlossen, also lang zu sprechen. Um das zu vermeiden, muss das r verdoppelt werden, dann schließt die erste Silbe mit r und die zweite beginnt mit r: "nar-ren". (s. SPRACHEN.JOT). Im Phondeutsch wird im Unterschied dazu jeder einfache Vokal kurz gesprochen, auch in "na", in "nar" und in "naren". Auf alle Fälle ist diese Lösung einfacher.



Phondeutsch lässt viel Freiheit

Sprechen ist weniger festgelegt als Schreiben. Sprechen, selbst Vorlesen, bietet mehr Interpretationsmöglichkeiten. Man kann erhaben oder flüchtig, genau oder flüchtig artikulieren. Man kann viel Ausdruck, viel Emotion hineinlegen. Geschrieben oder gedruckt sieht das alles gleich aus. Außer ein paar Apostrophieren läßt sich nicht viel machen. Eine Schrift, welche die jeweils gebrauchten Laute wiedergibt, besitzt daher mehr Freiheit als die normierte Orthographie. Falsch geschrieben ist nur, was die Laute nicht den Regeln gemäß kennzeichnet. Selbst hier aber bestehen noch Alternativen, zur Diskussion gestellte Varianten, die Möglichkeit der Trennung durch Apostrophe zur Verdeutlichung der Fugen und minimaler Sprechpausen, die Wahl an Silbengrenzen einen Doppelkonsonanten oder einen einfachen Konsonanten zu schreiben (akku oder aku, annee'erunn oder anee'erunn) und die Freiheit Homophone durch andere (nicht mehr streng phonetische) Schreibung zu unterscheiden (raat - ra(a)d, stat -stad usw.)

Wahlmöglichkeiten liegen durchaus im modernen Trend, dem Schreiber selbst in der offiziellen Orthographie mehr Freiräume zu gewähren als früher, gehen aber bereits weit darüber hinaus. Sie stellen jedoch keine Regellosigkeit und Anarchie dar, sondern entsprechen der Besonderheit phonetischen statt orthographischen Schreibens. So gesehen, kann man es als moderner bezeichnen. Das ist ein Vorteil, an den man sich mit Vergnügen gewöhnt, den man gerne wahrnimmt und den man beim vorfixierten Regelschreiben entbehrt. Mehr Freiheit ermöglicht mehr, bzw. überhaupt erst, Kreativität in der schriftlichen Wiedergabe.

Beim phonetischen Schreiben kann sogar mehr Regelmäßigkeit und Einheitlichkeit entstehen, so in Hinblick auf die Schreibung von c oder k bzw. z, ph oder f usw. Die Dudenregen kapitulieren vor Üblichkeiten und Gewohnheiten, lassen dann auch die fremdartige Schreibweise zu, besonders wenn es sich um die chemische Nomenklatur o.ä. handelt (Calcium statt Kalzium, Photographie oder Fotografie, aber nur Philosophie.). In phonetischer Schreibung besteht diese Auswahl nicht.



Phondeutsch ist leicht und schwierig zugleich

Phondeutsch ist leicht und schwierig zugleich. Die Regeln sind konsequent, einleuchtend und eingängig. Das Regelwerk erscheint dennoch umfangreich und voller Unterregeln und alternativer Möglichkeiten. Besonders bei der Schreibung von neusprachlichen Fremdwörtern, in erster Linie aus dem Englischen und Französischen, treten besondere Lautbezeichnungen auf usw. So ist es bereits leicht und schwierig zugleich, alle Regeln genau zu beherrschen.

Leicht scheint es zu schreiben, "wie einem der Schnabel gewachsen ist". Oft aber weiß man gar nicht, wie man spricht. Die Vorstellung des gesprochenen Wortes, das ja beim Schreiben nicht einmal zu hören ist, fällt zunächst nicht leicht. Wenn man eine genaue Vorstellung vom Klange hatte, wäre die Umsetzung einfacher. Aber sich Rechenschaft abzulegen, wie es wirklich klingt, ist überraschend schwierig, weil darüber nicht beim Sprechen und erst recht nicht beim Schreiben nachgedacht wird. Hier hilft schon, die wichtigsten Regeln der Standardaussprache zu kennen: dass die auslautenden Konsonanten -b, -d, -g gewöhnlich hart wie -p, -t, -k gesprochen und folglich üblicherweise in Phondeutsch auch so geschrieben werden, dass auslautendes -ig wie -ich gesprochen bzw. in Phondeutsch auch geschrieben wird, dass auslautendes -ng nur wie nasales n gesprochen wird, ohne dass ein g am Ende zu hören ist (phondeutsch -nn).

Noch mehr Überlegung kostete es, einen eigenen oder situationsbedingten Sprechstil wiedergeben zu wollen.

Phondeutsch ist auch nicht leicht zu entziffern. Hinzu kommt ein Redundanzverlust ddurch die nicht seltene Homophonie orthographisch unterscheidbarer Wörter. Er ist aber nicht größer als in gehörter Sprache, da die phonetische Schreibung diese widerspiegelt.
Freiheit erfordert Entscheidungen. "Wer die Wahl hat, ...). Andererseits fördert das notwendige Überlegen das Sprachbewusstsein und das Sprachgefühl. Das Ergebnis wächst der eigenen Bildung und der persönlichen Kultur zu. Der Umgang mit der Sprache, dem Sprechen und Schreiben verleiht darin eine Souveränität, eine schnelle(re) Mühelosigkeit in der Wahl der Sprachmittel. Das ist ein Gewinn, der weit über die Fertigkeit im Umgang mit Phondeutsch hinaus.



Herkunftssprachliche Korrektheit?

Im deutschen Spachgebrauch werden nicht selten in griechischen oder lateinischen Fremdwörtern Vokale lang gesprochen, die im Altertum kurz waren und umgekehrt. So ist im Griechischen das o in Logik kurz, das gilt auch für alle Wissenschaften, die auf -logie ausgehen (korrekt: zoo'ologii, üblicher: zooooloogii) , ebenso ist das i in Philosophie kurz;, das i im lateinischen Retina und Vagina ist lang - mit Auswirkungen auf die Betonung, die glücklicherweise in Phondeutsch nicht bezeichnet werden muss.

Anfangs habe ich darüber nachgedacht, ob man in Phondeutsch dem klassischen oder dem umgangsprachlichen Gebrauch folgen solle.Das ist jedoch ein Scheinproblem. Es gilt: "shraip, wii duu shprichsst!". Wer korrekt schreibt, gewöhnlich um zu zeigen, dass er es besser weiß und dabei in Kauf nimmt, dass es manieriert klingt und die meisten denken, er wisse es nicht besser, der schreibt es phondeutsch auch so. (Kein Mensch wird koonsul oder koonflikt sagen , obwohl der Vokal vor -ns und -nf im Latein immer lang ist.) Wer dem üblichen Sprachgebrauch folgt, der schreibt es phondeutsch auch entsprechend.



Was ist der Veränderungsindex?

Der Veränderungsindex gibt an, wie viele Stellen im phondeutsch geschriebenen Wort gegenüber der deutschen Rechtschreibung mit anderen Zeichen wiedergegeben werden (absolut oder in Prozent der möglichen Veränderungen). Es gibt Wörter, die in beiden Schreibweisen gleich geschrieben werden. Andere erscheinen an mehreren Stellen verändert. (Gross- und Kleinschreibung bleibt dabei unberücksichtigt ). Am übersichtlichsten ist es, das Wort in beiden Schreibweisen untereinander zu schreiben. Untersuchen wir einige Wörter:

To ll k üh n h ei t
t o l k üü n h ai t

Eine Änderung ist an 3 Stellen eingetreten, vorhanden sind 9 Stellen, 3/9 = 1/3 = 33 % sind verändert. Als Stelle sei ein einheitliches konsonantisches oder vokalisches Lautgebilde bezeichnet, das sowohl ortho- wie phondeutsch mit einem oder mehreren Zeichen (a, aa, ah, au, ss, sch, x, kss usw.) geschrieben werden kann.

D ie b e s g  u t
d ii b ä ss g uu t
4/8 = 50% .
Da in Phondeutsch häufig mehrere Schreibweisen möglich sind, bezieht sich die Angabe jeweils auf eine dieser Schreibweisen und ist nicht generell für die Umsetzung eines Wortes verbindlich. So könnte in "Diebesgut" auch das zweite e erhalten bleiben. ("diibessguut" neben "diibässguut"; sprechen Sie beide Möglichkeiten laut!) Der Index wäre dann nur 3/8 = 37,5%.

P r o  t e s t  v e r s a mm l u ng
p r oo t ä ss t f ä r s a m  l u nn

7/16 = 44% wurden geändert.

Beispiele:
0%: arzt, baum, dach, dampf, dumpf, durch, fassen, gedärme, kalk, kalt, kasse, kaum, kelch, klasse, knochen, kochen, korn, krach, krampf, kurz, küche, küssen, lassen, luft, mönch, müssen, teetasse, untertasse, wasser, winter, zorn
12.5%: apgeordnetenhauss, taatkraft.
13%: betrüügen
20%: forn, forsst, froide, frosst, genuch.
25%: broot, funt, genikshuss, glük, kraam, liibe, lusst, pfunt, rosst, sone, tane, tone, tüke.
33%: asst, oone, saatguut, shraiben, shtrumf, soon, toot, tüür.
37,5%: diibessguut
50%: ap, diibässguut, faint, kwatsh, pfeert, shtuhl, shmuk, shunt, waase, wii.
60%: apshiit, shiibunn.
66%: diip, foor, laip, shoon, shtain.
75%: färss, shriip.
80%: apshtiik
100%: aiss, fii, shoi, - nämlich: Ei¦s, V¦ieh, sch¦eu.

Im Miniduuden finden sich hinter einigen Wörtern Angaben über die Zahl der Veränderungen, entweder in Klammern dahintergesetzt oder als Hochzahl. Der Index als Bezug auf die möglichen Änderungen ist aber weder als Bruch noch in Prozent angegeben.



Besser Phondeutsch oder Foon(i) ?

Streng genommen trifft die Bezeichnung "Phondeutsch" ("Foondoitsh") die Sache nicht gut, denn es handelt sich um keine besondere Art Deutsch: Es wird nicht anders gesprochen als jederlei Deutsch. Es wird nur anders geschrieben: mit einfachen, praktkablen, vorher vereinbarten Buchstaben und Buchstabengruppen der lateinischen Schrift so phonetisch wie damit möglich und praktisch ratsam. Als einziges diakritisches Zeichen findet normalerweise der Apostroph Verwendung. Es ist nur eine andere, konsequentere Schreibweise als die aufeinanderfolgenden etymologisch-traditionell-phonetisch gemischten und ab und zu umgemischten offiziellen deutschen Rechtschreibungen.

Auch ist es in seiner bestehenden oder von Fall zu Fall leicht zu ergänzenden Art nicht nur für Deutsch, sondern auch für andere Sprachen geeignet, wie die Transkription von englischen, französischen u.a. Fremdwörtern im "Miniduuden" demonstriert. Wird allerdings Phondeutsch den Aussprachegewohnheiten einer Fremdsprache zur einfachen phonetischen Wiedergabe durch deren Sprecher angepasst, so empfehlen sich weitergehende Veränderungen, welche die phondeutschen Regeln sprengen. Es ist dann nicht mehr Phondeutsch, sondern Phonenglish o.ä. Insofern erhält dann die unterscheidende Benennung Phondeutsch für die Unterform doch wieder eine Berechtigung.

Wie könnte man es anders und besser benennen? Phonographie statt Orthographie oder Phonogramm für das resultierende Produkt ist anderweitig besetzt und in Richtung auf Edisons Phonographen von 1877 als phyikalische Klangaufzeichnung missverständlich, auch wenn heute niemand mehr dieses Wort außer in seinem historischen Kontext gebraucht. Phonskript ist klanglich unerfreulich, und Skript und Skriptum sind bedeutungsmäßig reichlich anders belegt.
Warum nicht frisch, jung, vertraut, wie irgendwo auf diesen Seiten schon scherzend geschehen kurz und einfach Phony? Das klingt peppig, salopp und fast kosend? Aber dieses Wort besteht zur Hälfte aus Buchstaben, die im Phondeutsch fehlen: ph und y ! Außerdem bedeutet amerikanisches "phony" und englisches "phoney" unecht, falsch.Das vom Standpunkt der offiziellen Orthographie stimmen, assoziiert aber wenig Erfreuliches - und wenn es nur "not real" ist. Vielleicht sollte man kurz und phondeutsch geschrieben einfach Foon sagen und für Insider vertraut Fooni(i). Die deutsche Form Phon ist als anders besetzt und zeichenfrems (ph) zu meiden. Foon ist spezifischer und assoziiert die Schreibweise schneller. Den Gegenbegriff Ortho(deutsch) habe ich als Kürzel für die offizielle deutsche Rechtschreibung schon verschiedentlich gebraucht..

Ich halte mich bedeckt und werde beides gebrauchen, bei der Vorstellung nach außen "Phondeutsch" bevorzugen, aber vor allem in phondeutschen Texten (foon'täkssten) "Foon(i)" verwenden.

Ein Nachteil ist, dass sich zu Foon kein "phondeutsch" entsprechendes Adjektiv bilden lässt (foonisch, gar foonal?)



Gibt es Phondeutsch überhaupt?

Ein Projekt, das man unzugänglich in der Schublade seines Schreibtischs versenkt, ist zwar existent, aber keiner weiß um seine Existenz. Niemand weiß, ob es so etwas gibt, und keiner nimmt es auch nur an, dass es existiert.

Stellt man das Projekt aber ins Internet, ist die Situation anders, auch wenn es dort kaum einer findet und auch nicht sucht. Es ist aber auf Hinweis für alle auf der ganzen Welt in wenigen Sekunden zugänglich. Es ist dadurch so gut wie, wenn nicht besser als publiziert. Wenn einer einem eine eMail in Phondeutsch schreibt, braucht er nur hinzuzusetzen: "geschrieben in Phondeutsch" und zur Aufklärung dieser fast jedem unverständlichen Angabe einen Hyperlink hinzuzufügen, der auf diese erläuternde Site hier führt http://www.zuphon.htm oder auf die Regelsammlung http://www.pwruff.de/foon/phonregl.htm oder auf die Kurzeinführung http://www.pwruff.de/foon/phoneinf.htm oder auf das Menü http://www.pwruff.de/foon/phonmenu.htm zu verweisen. Neugierig geworden oder in der Hoffnung, diesen kuriosen Blödsinn besser entziffern zu können, wird der Empfänger ein paar Sekunden opfern und den Link anklicken oder könnte es jedenfalls tun.

Jedenfalls gibt es Phondeutsch für alle Welt erfahrber wirklich, ganz abgesehen davon, wie viele Menschen es wie oft verwenden.



Ähnliche Projekte

Das erste ähnliche Projekt ist mir in der oben erwähnten Kinderschreibung begegnet. Pädagogen haben es erfunden, damit noch nicht schulpflichtige Kinder, die schon schreiben können, es nicht regellos tun. Sie haben dann halt in der Schule wieder umzulernen, aber Regeln müssen (für Pädagogen) sein. Wie entzückend ist aber doch gerade die instinktive und oft (kindesetymologische) Phonetik der ersten selbständigen Schreibversuche selbst noch von Erstklässlern. Wie werden diese ersten Kreationen von Eltern oder Tanten aufbewahrt. Muss das in spezielle provisorische Korsette gezwängt werden? Außerdem schien mir dieser erste Versuch noch in den Anfängen zu stecken, jedenfalls als ich die Seite damals besuchte. Und zu eine erneuten (überflüssigen) Kenntnisnahme konnte ich mich nicht aufraffen. Verständlich, dass gelahrte Fachleute es unter ihrer Würde hielten, auf meine eMail zu antworten, mit der ich sie über mein Projekt in Kenntnis setzte und von vornherein eine lästige und sinnlose Streiterei verhindern wollte.

Ganz entgegengesetzt verhält es sich mit einem unabhängig von Phondeutsch entstandenen Projekt "Dudenhammer", das ähnlichen Zielen dient, und auf das mich der Autor Horst Stoeckl aufmerksam machte. So sehr wir beide auf unserer jeweiligen Erfindung beharren und sie für geeigneter halten, so gut vertragen wir uns. Es geht ja auch nicht darum, wer das Rennen und das große Geschäft (??!) macht. ich halte beide Versuche für Experimente, um nicht zu sagen: Utopien, die aber Möglichkeiten aufzeigen. Warum sollten sie nicht friedlich kooperieren? Ich habe Herrn Stoeckl eine Gastseite zur Vorstellung seines Projektes zur Verfügung gestellt, so lange er noch keine eigene Website betreibt. Wir korrespondieren freundlich miteinander, jeder zur Mühsal des anderen in der eigenen Schreibweise oder, aus Höflichkeit, sogar in der Schreibordnung des anderen. Wir haben einen Probetext, der längst dem Copyright entwachsen ist, in beiden Systemen transliteriert und zum Vergleich Zeile für Zeile nebeneinandergestellt.
Der Dudenhammer kommt mit weniger Regeln aus als Phondeutsch und ist daher leichter erlernbar. Bei Foon nahm die Zahl der Regeln mit dem Umfang der Anwendungsversuche zu oder betreffen fremdsprachliche Wörter. D. lehnt sich mehr an die internationale Lautschrift an und ist weniger als Ph. bemüht, an deutsches Schriftbild zu erinnern. Die Redundanz ist bei D. noch geringer als bei Ph.: lange und kurze Silben unterscheiden sich nicht. Das dürfte eine schwierigere Lesbarkeit zur Folge haben (aber auch die besagte Regelarmut). Die Texte fallen in D. kürzer aus als in Ph.
Mitte 2004 sind einige Änderungen eingetreten, die in der neuen Fassung der Gastseite den alten Regeln gegenübergestellt sind.
Einige Beispiele auf dem neuesten Stand:
victicste - wichtigste; ferfygbar - vefügbar, zicerlic - sicherlich, doitlic - deutlich,
inen - innen (aber auch) ihnen, shverfelt - schwerfällt, zone - Sonne, iar - Jahr.




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letzte inhaltliche Änderung am 7.11.2002. (Erstfassung 28.10.2002)