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Lohans

Ein guter Gesprächsstoff für den Friseur, wenn er Sie fragt, ob er Ihnen die Augenbrauen schneiden soll. Zeigen Sie ihm die Bilder!

Dörte pflegte mich ab und zu tadelnd mit einem Lohan zu vergleichen.. Sie spielte dann auf meine buschigen Augenbrauen an. (Dabei gab es damals einen Bundesfinanzminister, der davon einen weitaus größeren schuhwichsschwarzen Vorrat herumtrug.) Sie dachte dann aber nicht an den sechsten Lohan (links), der wirklich buschige Augenbrauen hat, sondern an den vierten (Mitte), der nun wirklich keine hat, statt dessen mehr längliche, wie sein Bild zeigt.Die meisten Lohans aber liegen dazwischen: buschig mit kleinem Schwänzchen. Das sei hier an Lohan 10 gezeigt.

Der Lohan 6 hat schöne buschige Augenbrauen Der Lohan 4 hat schöne lange Augenbrauen Der Lohan 10 hat schöne buschige Augenbrauen mit Anhang

Wer waren aber diese haarigen Lohans?

Lohans hießen die Jünger Buddhas in China, in Sanskrit Arhat, auf japanisch Rakan. Davon gibt es 500. Berühmt sind aber nur 16, die meistens einfach nach der Zahlenfolge bezeichnet werden. Allerdings stimmt ihre Reihenfolge in China nicht immer mit der in den Sanskrittexten überein. Die meisten von ihnen sind keine Chinesen, sondern aus Indien eingewandert. Man sieht es ihren indoeuropäischen Gesichtern an.

Durch fortwährendes Meditieren sind sie unsterblich geworden und von der Kettte der Wiedergeburten befreit.

Im Gegensatz zur Idealgestalt Buddhas und den streng typisierten Figuren der chinesischen Mythologie werden sie seit über tausend Jahren individualisiert und mit lebendigem Ausdruck dargestellt. Sie wirken uralt und zunächst abstoßend hässlich, aber bei näherem Hinsehen ausdrucksstark und interessant, ja menschlich anziehend. Diese Dialektik, die alten Leuten gemeinsam ist, wenn sie nicht in unangenehmer Weise auf jung geschminkt oder operiert sind, erschien mir symbolisch genug, sie auf diese Alteleuteseite zu stellen.

"Die Darstellung der Lochan gab der chinesischen Kunst eine Aufgabe, die ihr an sich fern lag: den Menschen zu bilden. ... Die Lochan sollten den M e n s c h e n in seinem tiefsten Wesen zeigen: denkend, grübelnd, lehrend und hörend, in tiefster Versenkung oder in leidenschaftlicher Anspannung aller Geisteskräfte den Weg zur Befreiung suchend." (B. Melchers, China II, Hagen i.W. : Folkwang 1921, S.38). Keine schlechte Zielsetzung für uns alte Bücherwürmer und Keyboardquäler! Auch wenn wir es nicht im buddhistischen Sinne verstehen.

Lohans begegnen in vielen chinesischen Tempeln als lebensgroße Standbilder, und stehend pflegen sie auch dargestellt zu sein im Unterschied zu den Buddhas, Bhodisattvas und den zehn Hauptschülern. Als Beispiel sei hier einer der Lohans von Ling-yän-si wiedergegeben. (Allerdings sitzt er).

Daneben sind seit über 1000 Jahrenes unzählige Gemälde von Lohans entstanden. Unsere hat Guan Hsiu in der Tang-Zeit (618 - 907) gemalt. Übrig sind von den ursprünglich farbigen Bildern aber nur Steinabreibungen.

Ich entnehme die ganze Truppe dem von G. Pomeranz-Liedtke herausgegebenen Insel-Buch 727 (Leipzig 1961).

Aus diesem bemerkenswerten Vorrat alter Leute werde ich das abschließende Bild ab und zu auswechseln.

Dieses Versprechen will ich nach gut 2 Jahren endlich einlösen und lasse nun den 2.Lohan auf den 5. folgen. Ursprünglich war er nach chinesischer Zählung der fünfzehnte, bis ihn Kaiser Tiänlung 1756 entsprechend den originalen Sanskrittexten umnummerierte. Sein Name wechselte entsprechend von A-schi-do zu A-dsi-ta.

Resumo en Esperanto: Tiuj olduloj estas lohanoj aü arhatoj, dis^ciploj de Buddha, kiuj atingis eternan vivon per daüra meditado. Inter la tipoj de mitologiaj figuroj en ^cina arto nur ili montras homan individualecon. Iliajn maljunegajn viza^gojn ^cizis pensado, meditado kaj instruado. Tiuj homaj trajtoj ^sajinis al mi sufi^ce parencaj por montri ilin ^ci tie. Interesaj estas iliaj brovoj, parte ege longaj aü hirtaj. Krom la grafika^joj - niaj estas preskaü 1500 jarojn a^gaj - oftas homgrandaj statuoj en multaj temploj.

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Seit 2000, zuletzt am 30.1.2003 inhaltlich verändert.