Erstfassung: 12'07'27

CUSiana

Unter dem Titel "Der Coup, die Kuh, das Q" ist ein wundervolles (der Wunder volles, nicht der Wunder bares) und wohl auch einmaliges Buch erschienen. Der Autor nennt sich CUS nach den Anfangsbuchstaben seiner Namen. Mit diesem Pseudonym werden aus den drei Cus vier Cus. Gegenstand des Buches sind Parameter (vorwiegend) der Deutschcn Sprache, die anderwärts keine Beachtung finden und daher auch woanders selbst in Teilen kaum zu finden sind. Viele davon werden statistisch angegangen.
Von CUS sind etwa ein Dutzend Bücher mit offenbar ähnlicher Thematik im Angebot. Einige von ihnen beschäftigen sich mit den Kreuzworträtseln, die CUS in anspruchsvoller Version in der Süddeutschen Zeitung (Magazin) bekannt gemacht haben.

Was Ihnen in diesem Zusammenhang einfällt: Er hat es. Und mit einigem Suchen finden Sie es, mit großer Akribie untersucht. Nicht freie Spekulation, sondern gründliche Zahlenerhebung, weitgreifende Einfälle, Knobeleien und umfängliches Suchen, was viel Fleiß und nachhaltiges Engagement fordert. Ich selbst habe mir vorher in wenigen Fällen ähnliche Fragen gestellt. Sprachspieler und -tüftler kommen über kurz und lang auf derartige Problemchen. Diese steigen in ihnen auf oder werden durch eine Wahrnehmung angeregt.

Dur und Moll
Irgendwo stand es vielleicht auf einer Musikwerbung in der Straßenbahn. Wenn man etwas gelangweilt untätig herumsteht, hat eine gute, freie Zeit dafür. Ich hängte je ein -ch an: "durch und Molch" (Dudenwörter). Gibt es weitere Wörter, die auf -ch ausgehen und bei Fehlen des -ch ein anderes sinnvolles Wort ergeben? Nicht viele jedenfalls. Und so ist es auch bei den meisten CUSschen Suchaufgaben. CUS wird nicht zählen, wie viele Wörter auf -r enden. Ein anderes Thema, über das ich auch nachdachte, waren

Deutsche Wörter die mit dem gleichen Buchstaben enden, mit dem sie beginnen.

Hierher gehören u.a. die allbekannten Palindrome (Wörter, die sich vor- wie rückwärts gleich lesen) wie Anna, Bob, Elle, nun, Otto, rar, Rotor, Tat, tot, Uhu, ... Zweite Wahl unter den vielen anderen vorn und hinten gleichen Wörtern sind flektierte Wörter wie tut, Sohnes. Vor- und gar Familiennamen (Philipp, Antonia, Grieg, Tabert...), Nebenformen wie Kosewörter oder lautmalende Wörter wie tut, pup, piep, mundartliche oder abgekürzte wie Bub, fremdsprachliche wie Monstrum, also Wörter am Rande des Dudens, Firmen- und Produktbezeichnungen, darunter viele ehemalige wie Ata, Imi, Omo und Onko, dann die unerschöpliche Menge fast beliebig kombinierbarer und die eigentliche Problemstik überdeckender Wortzusammensetungen wie Notarztwagen. Erste Wahl sind die eigentlichen Stammwörter, so weit sie sich im Duden finden. Die Häufigkeit der Wörter mit identischen Anfangs- und Endbuchstaben ist im Alphabet recht unterschiedlich, was in höherem Maße vom End- als vom Anfangsbuchstaben abhängt. . Hier wäre ein rückläufiges Wörterbuch zur schnellen Ermitttlung nützlich. (Rückläufige Worterbücher scheinen mir aus den früher nicht seltenen Reimwörterbüchern hervorgegangen zu sein.)

Die vorn und hinten gleichen Wörter sind im allgemeinen nicht häufig bis selten. Man kann aber nicht so rechnen, dass bei 26 möglichen Endbuchstaben unsere gesuchte Kategorie durchgehend 3,85% aller Wörter betrifft. Wörter, die mit f, i, j, u, v, oder w beginnen, finden Sie jede Menge, selten die so endenden Wörter und ganz selten diesen Endbuchstaben gleich dem Anfangsbuchstaben.
Suchen Sie einmal in den inhaltsanzeigenden Wörtern, die über den einzelnen Dudenseiten stehen, nach Wörtern, die mit ihrem Anfangsbuchstaben enden! Es nicht übermäßig viele und oft recht ausgefallene (24. Aufl.): Andromeda (ist das erste). Anna, Annabella, Arizona ..., cosec (eine Abkürzung), Eigenwärme, Eleonore, Endemie, Exosphäre, Gegenregierung, geringwertig, Geschwindigkeitsüberschreitung ..., nachsenden, Nathan, Nesterchen, niederprasseln, Nitrifikation, nölen, Raftingtour, Rausschmeißer, Redder, Rendevousmanöver, Rotsünder, Ruder, rutschsicher, Skikurs, Totzeit, Transparent, Treffsicherheit. Treibanker, Trödelmarkt - und das ist schon das letzte. !34 Seiten folgt keines mehr. Wörter sind darunter, die den meisten Deutschen unbekannt sind. (Shprächen Sii doitsh?)
Häufiger sind die Buchstaben, auf die grammatische Formen oder häufiger verwendete Nachsilben enden. So -n mit allen Infinitiven. Umgekehrt gibt es auch häufige Vorsilben. Gehen wir einmal das Alphabet durch!

Das auslautende a vieler fremder Herkunftswörter ist zu e abgestumpft: Akademie, Akte, Aktie, Amalie, Anthropologie, Aporie, Aralie, Araukarie ... Bei den beiden letzten hört man das e sogar (Vgl. CUS S.29). Agathe, die Gute, brachte das End-e aus dem Griechischen gleich mit. Asia wurde Asien, Arabia Arabien. So auch Argentinien, Arkadien . Sie eerfüllen unsere Bedingung nicht. Was blieb, sind teils Fremdwörter der nicht klassischen Sprachen wie Abakadabra, Anakonda, Ara, Arara, Ararauna, Arnika (diese von Griechen und Römern nie erwähnt), geographische Namen Afrika, Amerika, Eigennamen Ada, Antonia und Aurora oder (manchmal abgekürzte) Firmennamen wie Agfa.

Auf b enden nur wenige Wörter, also sind auch die vorn und hinten gleichen b-Wörter selten: Baobab (kein deutches Wort), Beißkorb, bergab, Betrieb, Bootsantrieb und andere Wortzusammensetzungen nach gusto; blieb ( eine konjugierte Form), Bob (Eigenname und Fremdwort), Bub (eine mundartlich Kürzung).

Auf c ist mir außer Arzneimitteln wie Calcilac französischen Familiennamen Cadillac, Chirac nichts eingefallen (beide sind Dudenwörter!).

D sonst als Endung nicht ganz selten, fehlt auch bei mit d anlautenden Stammwörtern nicht: Dad als engl. Wort im dt. Duden; Dampfbad, Deutschland, Dreirad, Damenrad ...). Für kräftigen Zuwachs sorgt die Endung des aktiven Präsenspartizips -end. das zu jedem Verbum (Endung -n) passt (darbend, dringend, drohend, durchsickernd, durstend ...)

Das häufige und bildsame E kommt gut weg: Ebene, Echse, Ecke, Ede, Ehe, Ehre, Eibe, Eike, Eile, Einbeere, Einbuße, Einehe, Eingabe, Einlage, Einöde, Einreise, Ekstase, Elbe (und andere Flussnamen), Elektrolyse, Elfe, Elite, Elke, Elle, Ende, Ente, Epiphyse, Erbe, Erbse, Erde, Ernte, Esse, Este, Eule,...) Hinzu kommen die Wörter, deren ursprüngliches end-a sich in -e gewandelt hat (s.o!). Eigentlich sollte man den Klang der Worter vorziehen, Denn viele Wörter die auf einen i-Laut ausgehen, schreiben dahinter das e als reines (stummes) Dehnungszeichen: Elegie, Elfie, Ekstasie, Elektrokardiographie, Embryologie, Energie, Epidemie, .Epilepsie, Epiphanie, auch wenn es in den im Griechischen und Latein ein a gewesen ist. Sie sind nur gleichsam unverdient in unsere Gleichwörter geraten. Anders Euphorbie ..., hier ist das -e nicht stumm (Vgl. CUS S.29). e ist als letzter Buchstabe der Gewinner. i als Laut-Ende der Verlierer. Gäbe es hier einen anderen Längenanzeiger, etwa h, gehörten sie nicht dazu. Aber die Schreibung ist entscheidend. So war die Verabredung. Und so gehört auch das konsonantisch auslautende Ensemble und das englische Dudenwort Eagle hierher, wenn man auch das Schluss-e nicht hört. Auch im anlautendes Ei hört man kein i.
Mit Diphthongen ist das so eine Sache. Formal ist e in ei und a in au der erste Buchstabe. Das zählt, wie gesagt. Also erfüllen auch Aula, Aura und Eibe, Eike, Eile, Einbeere, Einbuße, Einehe, Eingabe, Einlage, Einöde, Einreise. unsere Bedingung. Eierei und Einerlei gehören aber nicht dazu. Sie beginnrn mit e und enden auf i. Dennoch klingen Anfang und Ende gleich und weder wie e noch wie i.

Unter F findet man nicht leicht ein passendes Wort - jedoch ein kurzes und häufiges wie fünf. Zusammensetzungen machen es möglich: Formtief, frühreif, ...

G: Neben einigen Kurz- und Stammwörtern.wie Gag, Gang, Gärung, Gig. und Eigennamen wie Georg, Grieg sorgt die Vorsilbe Ge- und die Endung -ung, oft in Kombination, für Zuwachs: Gattung, Gegenleistung, Geldsammlung, genug, Genugtuung, Gesang, Gesinnung, Gewährleistung, Gewährung, Gehweg, Grog, Gründüngung.
Auch auf h allein enden nicht sehr viele Wörter mit gleichem Anfangsbuchstaben. H macht sich aber die anderslautenden Endungen -sch und -ch zunutze: harsch, Hauch, himmelhoch, Hirsch, hoch, Hollerbusch, hübsch, Huch ...

Bei i hilft die italienische Pluralendung der Masculina , auch wenn der fürsorgliche Deutsche an sie gern noch ein unterstützendses s anhängt: "Spaghettis". Sonst sind i-Worte selten; Imi (Waschmittel; Flüssigkeitsmaß in Württtemberg bis 1871 (auch Immi). Auf langes i auslautende Wörter enden in der Schreibung meistens auf -ie und gehen den i-Wörtern verloren. Bei den e-Wörtern gab es entsprechend einen Zuwachs (s.o,!). Idiologie, Idiosynkrasie, Idiotie, Industrie usw.sind keine beidseitigen i-Wörter
I gewinnt dafür die auf den Diphtong -ei endenden Wörter wie: Imkerei.

Joi, joi! Auf j enden deutsche Wörter, auch wenn sie nicht mit j beginnen, kaum (oder überhaupt nicht?). Denken Sie nach, wenn sie tatenlos in der Bahn stehen müssen! Im Esperanto endet jedes Substantiv und Adjektiv im Plural auf -j: junaj jaguaroj ...

K gibt es in Kalk, Karibik, Katholik, Keramik, Klassik, Klinik, Kork, Kraftwerk, krank, Kuckuck, Kunstwerk u.a. Immerhin!
Auf -l gibt es einige ( Labsal, Lackel, Lästermaul, Laubfall, Lavendel, Lebewohl, Ledergürtel, Leichtmetall, Lichtstrahl, Liedertafel, Lineal, Linksdrall, Lesesaal, Lockenwickel, Lockvogel, Löffel, Lotterpfuhl, Lümmel. Beim Namen Lukull ist die lateinische Endung abgefallen. Die Werkzeug-Endung -el hilft kaum weiter.

Auch M-Wörter fehlen nicht: Maximum (lat. Neutrum), Melanom (griech. Herkunft), Mulm, Mumm...

Bei N sind es sehr viele: alle Infinitive nämlich (nähen, naschen. nennen. niesen, nuckeln ...), alle Diminutive auf -chen (Näpfchen, Näschen, Nickerchen)) und -lein (Nüsslein) außerdem, aber auch Nacken, Namen, neben, nein, Nissan, nun und nicht wenig andere.

O: Vorn-Hinten-Übereinstimmer sind im Deutschen selten, im Italienischen aber sehr häufig, noch häufiger im Esperanto, weil dort nicht nur die maskulinen, sondern alle, Substantive, auf -o enden. Auch gibt es Ogino (jap. Familienname), Omo (ein Waschmittel), Onko (als koffeinhaltiges (!) Kaffee-Hag-Produkt, leitet seinen Namen ausgerechnet her von "Ohne Koffein"), Orinoko.

Bei P gibt es immerhin piep, Pepp, Popp, Polyp und Pup, aber auch nicht sehr viel mehr.

Q: Auf q endet im Duden nichts. Das ist leicht zu überblicken. Im Deutschen ist es nicht möglich, weil dort immer ein u auf ein q folgt. Gäbe es das, dann endete so ein Wort auf u und wäre keins.

R: Viele agierende Leute enden auf -r, davon beginnen auch einige mit r: Rächer, Racker, Ratternfänger, Redner, Reiter, Rektor, Rettungssanitäter, Richter, Ritter, Rumtreiber und sogar altsprachliche und neu-altsprachliche wie Revisor, Rhetor, Rollator und Rotor Auch alle männlichen Adjektive nach dem unbestimmten Artikel: ein richtiger Gedanke, ein roter Tepppich usw. usw. alle Komparative: reiner, redseliger, ruhiger.

Bei S sind es einige (Saus (- nur in Saus und Braus), sechs, Servus. Anlautendes sch. sp und st sorgen für einige Vermehrung (Scheißhaus, Schiss, Schmaus, Schuss, Spross, Stuss ...) Schweinefleisch gehört nicht zu unseren Wörter: Es beginnt mit s und endet auf h, Analog ist es bei Steinlast. (Ein auf -sp endendes Wort fällt mir nicht ein.)

Bei T gibt es nicht wenige:Tablett, Takt, Talent, Tat, Test, Tilsit, tot, Totgeburt, Trift, trist, Tritt, Trost, Trott, Tunichtgut..., auch die --nt: Talent, tolerant, turbulent, turgeszent,, oft abgeleitet von lateinischen Präesenspartizipien.

U: Der Uhu steht ziemlich allein auf weiter Flur. Die Diphthonge -au, -äu und -eu am Wortende ermöglicht euine Reihe von Wortzusammensetzungen auf -u: Unterbau, untreu,, solche auf -frau, -schau -schlau, -gebräu. Unruh geht nicht, es endet auf h. Denn die Zeichen zählen, nicht der Laut.

Mit V sieht es ganz dünn aus.

W: Bei der Häufigkeit der slawischen Ortsnamenendung auf -ow gibt es darunter auch einige, die mit w anfangen: Wardow, Welchow, Wilsickow, Wobbelkow, Wuthenow. Wladislaw stammt aus dem selben Lager.

X: Xox, was war denn Xox? Gab es mal solche Kekse? Aber Kopiergeräte Xerox kennen wir noch.

Y ist kaum zu unterbieten.

Z zu guter Letzt ist nicht selten: Zahnersatz, Zahnschmelz, Zahnschmerz, Zieraufsatz, Zitzewitz (Eigenname), Zuntz (Eigenname) Zusatz.

Was ist mit ä? Es ist ein eigener Buchstabe, aber mit einem Umlaut anfangende und auf den gleichen endende Wörter gibt es kaum. Und so weit zu gehen, das ä in ae, das ö in oe und das u in ue umzuwandeln, hieße den Formalismus auf die Spitze treiben. Es brächte auch kaum Ergebnisse., da Worte selten auf ä, ö oder ü ausgehen. Zudem gehörten diese Wörter dann zu den mit e anlautenden. Man sollte hier auch nicht. so weit gehen, wie viele Lexika (und dort vernünftigerweise), die Strichelchen. bzw. den Umlaut überhaupt zu ignorieren. Das führte dazu, Ära als mit a beginnend und endend einzustufen. Die Umlaute ä, ö und ü möchte ich als unergiebig besser ganz weglassen. Empfehlenswert wäre es vielleicht auch, die Diphthonge als Einheit zu behandeln. Dann gäbe es Ausbau, Einerlei, eurotreu, usw. Aber das widerspräche der Definition, dass es sich um Einzelzeichen handeln muss und brächte alles in Rutschen zwischen Laut und Zeichen, was jetzt formal niedergehalten werden kann. Mit CUS wird es nicht zu vereinbaren sein, wo er schon bekloppt als Wort mit alphabetisch geordneten Buchstaben (s.u.!) nicht zulässt, weil p im Alphabet nicht auf p folgt (s.S.17).

Es wäre (mir) kaum möglich, die Buchstaben nach die Häufigkeit der mit gleichem Buchstaben beginnenden und endenden Wörter buchstabenweise zu sortieren. Leichter wäre es schon, sie in 2 oder 3 Gruppen einzuteilen, solche (sehr) geringer Häufigkeit (mit j und v ..), mittlerer Häufigkeit und hoher Bildungsfähigkeit, wie n und, r.

Nur vergleichsweise sehr wenige der tatsächlichen oder typischen CUS-Fragen habe ich mir, ohnehin auch nur in ganz entfernt ähnlicher Gründlichkeit selbst schon gestellt, als ich das Buch noch nicht kannte. Gar nicht zu reden von dem Unterschied zwischen seiner Professionalität und meinem spielerisches Obenhin.

Buchstaben eines Wortes stehen in alphabetischer Reihenfolge Das ist nicht nur die Art von CUS, sondern eine echte Frage von ihm (S.17), die ich mir in damaliger Unkenntnis von CUS und der ganzen CUSerei für mich selbst vorwegnahm. CUS schickte seine ganze Rätselgemeinde auf die Suche und so ergab sich Beikost mit sieben Buchstaben als das längste Wort mit Buchstaben in alphabetischer Folge. Je länger das Wort, desto seltener klappt es. Bei den eben von mir behandelten Wörtern mit gleichem Anfangs- und Endbuchstaben ist es umgekehrt: Durch Schachtelung von Wörtern erreicht man dort die meisten Treffer, etwa Generalfeldmarschallsrang.

Buchstaben eines Wortes stehen in umgekehrter alphabetischer Reihenfolge
Das ist bei CUS nur kurz erwähnt (s.18). Jeder kann es leicht ausbauen. Als Starthilfe füge ich seinen Beispielen einige weitere hinzu: Wut, Wurm, Wurf, Wolle, wo, wie, von, Voll, Unke, Ulk, Troll, Trog, Tor, Ton, Tom, Tolle, toll, Tod, Soll, Sole, Sog, Sofa, Soda, sie, Rom, Rolle, Pole, Pol, nie, Lied, lieb, Hieb, da, Viel Spaß !??

Buchstabenzahl der Zahlwörter
Das ist gleichsam eine Variante zur kabbalistischen Summe der Buchstaben (S. 231). Ich muss beim ersten Durchfliegen den Untertitel "Welches Zahlwort entspricht seinem Wert" dahingehend missdeutet haben. Oder gibt es so etwas an anderer Stelle im 3Q-Buch, die ich nur nicht wieder finde? Jedenfalls könnte meine missverstandenen Variante "Welche Zahlwörter haben so viele Buchstaben, wie sie bezeichnen?" ebenfalls in der Thematik des Buches Platz finden, meine ich.

 Deutsch:
 1) eins (4) +3
 2) zwei (4) +2
 3) drei (4) +1
 4) vier (4) 0 (=)
 5) fünf (4) -1
 6) sechs (5) -1
 7) sieben (6) -1
 8) acht (4) -4
 9) neun (4) -5
10) zehn (4) -6
11) elf (3) -8
12) zwölf (5) -7
13) dreizehn (8) -5
14) vierzehn (8) -6
15) fünfzehn (8) -7
16) sechzehn (8) -8
17) siebzehn (8) -9
18) achtzehn (8) -10
19) neunzehn (8) -11
20) zwanzig (7) -13
50) fünfzig (7) -43
100) hundert (7) -93 7%
1000) tausend (7) -993 0,7%
1000000) Million (7) - 999993 0.0007%
Im Deutschen gibt es nur eine Zahl, die so viele Buchstaben hat, wie sie als Zahl angibt. Es ist die Vier, folglich mit vier Buchstaben. Im Englischen ist gleichfalls four (4) die einzige dieser Zahlen, im Italienischen ist es tre (3). Im Französischen fehlt eine solche Zahl gänzlich. Man kann das Verhältnis von Zahl und Zahlwortlänge tabellarisch darstellen, wie es hier für das Deutsche durchgeführt ist. Ich habe die Anzahl der Buchstaben pro Zahlwort in Klammern angegeben und dahinter, wie viel die Buchstabenzahl über dem Zahlenwert liegt. Es geht anfangs hin und her, mal sind es mehr mal weniger Buchstaben als der ausgedrückten Zahl entspricht. Schließlich aber wird die Zahlbezeichnung immer kleiner im Verhältnis
zur Zahl. Natürlich gibt es keine Zahl in irgendeiner Sprache die 100 mit einem Wort mit 100 Buchstaben bezeichnet. Von 1000 und einer Million ganz zu schweigen. Rechnet man, der "Verwertungsgesellschaft Wort" folgend, die Normseite zu 1500 Anschlägen, so brauchte man zur Niederschrift eines Zahlennamens mit einer Million Buchstaben 667 Seiten!
Ich habe bei weiteren 27 Sprachen Zahlwörter gesucht, die so viele Buchstaben haben wie die von ihnen bezeichnete. Zahl:
Albanisch: 2 (dy)
Armenisch: 4 (^cors)
Dänisch: 2 (to), 3 (tre), 4 (fire)
Deutsch: 4 (vier), s. oben dieTabelle !
Englisch: 4 (four)
Esperanto: 2 (du), 3 (tri), 4 (kvar)
Estnisch: 4 (neli)
Finnisch: 5 (viisi).
Französisch keine (s. CUS)
Georgisch: 4 (otxi)
Haussa: 3 (uku), 4 (hudu), 5 (biyar)
Hindi: 2 (do), 3 (tîn),
Indonesisch: keine
Latein: keine. Von 6 (sex) angefangen, liegen die Buchstabenzahlen immer unter der zugehörigen Zahl. Die 14 (quattuordecim) liegt am wenigsten darunter, sie hat 13 Buchstaben.
Lettisch: 5 (pieci), 7 (septini) in den männlichen Formen
Litauisch: 2 (du), 5 (penki), 7 (septyni)
Niederländisch: 4 (vier) wie das Deutsche
Norwegisch: 2 (to), 3 (tre) und 4 (fire)
Portugiesisch: 2 (duos, duas), 3 (três), 8 (oito), 9 (nove)
Quechua: 4 (tawa), 7 (qanchis),
Rumänisch: 5 (cincî)
Russisch hat 3 (tri) und in einer zweiten Zahlenreihe der "Sammelzahlenwörter (hauptsächlich für männliche Personen gebraucht) gibt es noch 8 (wos'mero).
Samoanisch: keine
Sanskrit: 3 (tri), 8 (asta), 9 (nava), 10 (dasa)
Schwedisch: 3 (tre), 4(fyra)
Somali: 4 (afar), 7 (todobba)
Spanisch: 5 (cinco)
Tamil: 5 (aintu)
Türkisch: 4 (dört)
Ungarisch: keine
Walisisch: 3 (tri), 6 (chwech)
Die diatonischen Zeichen sind nicht immer korrekt wiedergegeben, aber die Zahl der Buchstaben stimmt. So diente mir im Russischen´ als Ersatz für das weiche Zeichen.
Russisch läuft als 31. Sprache gleichsam außer Konkurrenz und wurde als uneindeutig nicht in die Statistik aufgenommen.
Diese Sprachen gehören den unterschiedlichsten Sprahfamilien an. Unter den übrigen 30 Sprachen treten keine Entsprechungen bei Zahlen größer als 10 auf. Meistens bleibt über 10 die Buchstabenzahl (bereits) unter dem Zahlenwert. Von eins bis 10 gibt es 0 bis 4 Übereinstimmungen. Keine Übereinstimmung findet sich dreimal in 10% der untersuchten Sprachen (Frz., Indon., Lat., Samoan.). Eine Übereinstimmung haben die meisten Sprachen, nämlich 12 (40%) (Alb., Arm., Dt., Engl., Estn., Finn., Georg., Nied., Rum., Spa., Tamil, Türk.) Zwei Übereinstimmungen haben 6 der 30 Sprachen, also 20% von ihnen (Hindi, Lett., Quechua, Schwed., Somal., Walis.) Auch Drei Übereinstimmungen haben 6 der 30 Sprachen, (20%) (Dän., Esp.; Haussa, Lit., Norweg.) Vier Übereinstimmungen schließlich sind bei 2 Sprachen zu verzeichnen (Port., Sanskrit) Im Sanskrit stimmen daher 4 (40%) der Zahlen von 1 bis 10 in Buchstabenlänge und zahlenmäßiger Bedeutung überein, im Portugiesischen sind es sogar 4 Übereinstimmungen von 1 bis 9 (44,4%!). Bei der 1 stimmt die Buchstabenzahl nie mit der bezeichneten Zahl überein, es müsste ein Wort mit nur einem Buchstaben sein, Die insgesamt 49 Übereinstimmungen verteilen sich auf die Zahlen 2 bis 10 in folgenden Häufigkeiten 7*2, 10*3, 14*4, 7*5, 1*6, 4*7, 3*8, 2*9, 1*10
Eine der Sprachen (Esperanto) ist eine "Plansprache", eine in Formenlehre und Wortschatz kreierte Sprache. Sie liegt mit 3 Übereinstimmungen im oberen Bereich. Das war zweifellos ihrem Autor L.L.Zamenhof nicht bewusst und von ihm nicht beabsichtigt. Es ist eine Folge kurzer Zahlwörter.
Keiner würde für erfundene Zahlbezeichnungen ohne Grund lange Zahlwörter wählen. Und so haben dort alle Zahlwörter über eins nicht mehr Buchstaben als ihrem Zahlenwert entspricht (unu, du, tri, kvar, kvin, ses, sep, ok, naü. dek... ), dadurch sind die zusammengesetzten Zahlen relativ kurz. Die nächste Tabelle zeigt die Buchstabenzahl der Elemente, aus denen im Esperanto die Zahlen gößer als 10, im Deutschen größer als 12 zusammengesetzt sind.
1) unu 3
2) du 2
3) tri 3
4) kvar 4
5) kvin 4
6) ses 3
7) sep 3
8) ok 2
9) naü 3
10) dek 3
100) cent 4
1000) mil 3
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-----
eins 4
zwei 4
drei 4
vier 4
fünf 4
sechs 5
sieben 6
acht 4
neun 4
zehn 4
hundert 7
tausend 7
"und" 3
"zig" 3
Die Zahl der Buchstaben zusammengesetzter Zahlwörter erkennt nur die Genialität und gigantische Übung von Herrrn CUS beim bloßen Anhören. Wir Durchschnittsmenschen können sia aber zur Not mit Anstrengung und etwas Übung im Kopf zusammenrechnen, wenn wir die verwendeten Elemente addieren. Dann zählt man bei der Zahl 6795
sechstausendsiebenhundertfünfundneunzig
5jj+s7sl+ass6sj+jjj7sj+jss4j+j3s+4+s3 = 39 Buchstaben. Auf Esperanto heißt die gleiche Zahl 6795 sesmil sepcent naüdek kvin.
MMMMMMMMMMMMM3+s3s+3+s4s+j3+s3j+j4 = 23 Buchstaben.
Andererseits bringt die Kürze nicht allzu viel Gewinn. Die deutsche Zahl auzusprechen, dauert nur geringfügig länger. Und ausgeschrieben werden so lange Zahlen nie, wenn nicht auf Schecks.

Anhang
Da wir gerade beim Esperanto sind: Dort kann man das Gegenteil eines Wortes, z.B. eines Adjektivs mit der Hilfe der Vorsilbe mal- bilden, ohne eine neue Vokabel lernen zu müssen. Amiko Freund - malamiko Feind, ami lieben - malami hassen, amikeco Freundschaft - malamikeco Feindschaft. Granda groß - malgranda klein, hela hell - malhela dunkel, varma warm - malvarma kalt. Bei diesen scharfen Alternativen möchte man die "Fehlende Mitte" (CUS S. 10) als besonders ausgeprägt erwarten . Durch die Nachsilbe -eta kann man aber Größe oder Intensität abschwächen und durch -ega vergrößern und verstärken. Wendet man sie auf varma und malvarma an, ergeben sich 6 gleichsam thermometrische Stufen: . 6 Wämestufen auf Esperanto
varmega heiß
varma warm
varmeta lauwarm
malvarmeta kühl
malvarma kalt
malvarmega eiskalt

12'08'07.Wie es sich gehört, wollte ich CUS von meinem Beitrag in Kenntnis setzen. In seinem Buch findet sich unter "Kontakte" eine Postfach-Adresse. Die Post fand ihn dort aber nicht. Eine Mailadresse suchte ich vergeblich.
Wer immer Rätsel macht, macht sich, so scheint's, schließlich selbst zum Rätsel.

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